Home » Type » Fantasy » Cutworx – Marion (Part 2)

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Marion sitzt immer noch an ihrem Küchentisch, den Frisurenteil der neuen ,Brigitte” vor sich liegend, blättert sie sich von Verwandlung zu Verwandlung der abgebildeten Leserinnen. Sie schaut sich die Makeover noch einmal en detail an. Die erste junge Dame schaut ihr sehr ähnlich, wie sie da auf dem ,Vorher-Foto” aussieht. Langes Haar, blond zwar, aber ähnlich in der Struktur wie ihres, fließt ihren Rücken herunter bis zu den Ellenbogen. Auf ein paar weiteren Bildern sind dann die verschiedenen Stadien ihrer Transformation zu sehen und das ,Nachher-Foto” zeigt sie dann schließlich mit einem recht kurzen durchgestuften Pagenschnitt, der sich wunderbar um ihr hübsches Gesicht legt. ,Mein Gott, so mutig wäre ich auch gerne,”  denkt sich Marion und blättert um zur zweiten Leserin. Diese junge Dame ist gottgesegnet mit dichten, dunklen und schulterlangen Naturlocken. Haar auf das jede andere Frau unglaublich stolz wäre, aber was lässt die junge Frau nur geschehen mit ihrer Pracht? Ganz kurz werden ihr die Haare geschnitten, die Ohren gar nicht mehr bedeckt und zudem mit einem sehr kurzen Pony, der in hohem Bogen über ihrer Stirn verläuft. Allerhöchstens noch 2 Zentimeter sind die Haare auf ihrem Oberkopf, an den Seiten und im Nacken noch um einiges kürzer. Aber nach einigem Hinsehen, immer und immer wieder, gefällt Marion doch dieser neue Schnitt an der Leserin immer besser. Aber für sie, so glaubt sie, wäre das bestimmt nichts. ,Das ist mir zu kurz. Das geht gar nicht,” murmelt sie noch vor sich hin.
Schon geht’s weiter zur dritten Kandidatin, die roten Haare glatt und schulterlang machen rein gar nichts für sie. Doch nachher da schaut sie so viel besser aus. Das Haar dauergewellt und rigoros gekürzt auf Kinnlänge, zum Nacken hin sogar noch ansteigend und zudem mit ein paar goldblonden Strähnchen versehen, passt einfach perfekt zu ihrem hübschen Gesicht. Und wie klasse der kurze Hinterkopf zu dieser Frisur passt! Marion ist wieder ganz und gar ihren Gedanken verfallen, als es plötzlich an der Haustür klingelt. ,Endlich! Das ist bestimmt Nicole!”; schießt es ihr durch den Kopf. Und wirklich, kurze Zeit später steht ihre beste Freundin vor ihr und schaut sie etwas belustigt an. ,Hallo Marion, was hast Du denn? Was ist denn los? Du klangst eben am Telefon so beunruhigt! Wie kann ich Dir…..”. Doch weiter kommt sie nicht, da fällt ihr Marion schon ins Wort ,Ach Nicole, Du weißt doch, was ich für ein Problem mit meinem Haar und mehr noch mit den Friseuren habe. Mir ist klar, dass ich etwas auf meinem Kopf ändern muss und will, aber ich weiß nicht wie und was!”
Nach einigem hin und her erfährt Nicole, dass sich Marion einen Termin im neuen ,cutworx”-Salon bei ihrem eigenen Coiffeur Pierre hat geben lassen, und nun nur noch 2 Stunden Zeit hat, um sich für einen neuen Schnitt zu entscheiden. Dafür und ebenso zur seelischen Unterstützung benötige sie nun die Hilfe ihrer besten Freundin. ,Ja sicher Marion,” entgegnet ihr Nicole ,da bin ich dabei. Da helfe ich Dir! Erst einmal machst Du uns einen Kaffee und dann sehen wir weiter. Glückwunsch schon mal zu Deiner Entscheidung. Für die neue Frisur und dafür, dass Du Dir Pierre ausgesucht hast, denn er ist einfach der Beste!”
Kurze Zeit später sitzen die beiden Freundinnen vor einer Tasse heißen, dampfenden  Kaffees und schauen sich gemeinsam den Frisurenteil der verschiedenen Frauenzeitschriften an. Nachdem sie sich ein paar Typveränderungen angeschaut haben erklärt Nicole, dass es vermutlich besser sei, nicht zu voreingenommen in den Salon zu gehen, sondern Pierre ein wenig Freiheit und Kreativität zu geben. So hätte sie es damals bei ihrem großen Schnitt vor 2 Jahren auch gemacht und es keineswegs bereut. ,Weißt Du Marion, entscheide Dich grob für eine Haarlänge und überlasse Pierre den Rest. Der weiß genau, was er zu tun hat! Ich finde, Du solltest ein wenig Mut beweisen und Dich vom größten Teil Deiner Matte trennen. Du hast zwar wunderschönes glänzendes Haar, aber das macht in dieser Länge rein gar nichts für Dich!” Marion wird ein bisschen weiß im Gesicht. Ein komisches, flaues Gefühl beschleicht sie. Doch insgeheim erkennt sie, dass Nicole ja Recht hat und der Moment gekommen ist, eine Entscheidung zu treffen. Sie blättert auf die Verwandlung der rothaarigen Leserin und schaut ihre Freundin fragend an. Nicole schaut ein wenig erstaunt zu ihr herüber ,Das ist eine sehr gute Wahl von Dir, Marion! Diese Frisur wird bestimmt toll an Dir aussehen. So, jetzt lass uns gehen, damit wir noch pünktlich im Salon sind.”
Damit verlassen die beiden Freundinnen die Wohnung, Marion packt die Zeitschrift noch ein und die zwei machen sich auf den Weg in die Innenstadt zum ,cutworx”.
Im Salon ist zur gleichen Zeit Pierre damit beschäftigt, die Spitzen seiner Kundin, Doris Meier, zu trimmen. Gerne hätte er ihr den Schnitt ein wenig aufgepeppt, doch wie immer ist sie dafür viel zu konservativ. Nur ein klein wenig von den Enden wegnehmen soll er. Gesagt getan, und schon ist sie fertig. Pierre nimmt den Föhn und trocknet den knapp schulterlangen Schopf von Frau Meier. ,So, das wär’s. Jetzt haben Sie wieder ein paar Wochen Zeit. Soll ich ihnen einen Termin fürs Nachschneiden in 6 Wochen eintragen?”, fragt er sie. ,Natürlich Pierre, wie immer”, entgegnet seine Kundin,”Was bin ich ihnen schuldig?” Während er ihr antwortet ,55 Euro macht das” hört er die Türklingel des Salons und ein junges hübsches etwa 26-jähriges Mädel betritt den Laden. Sie schaut sich ein wenig neugierig in dem Salon um, während Doris Meier bezahlt und das Ladenlokal verlässt. ,Guten Tag, junge Dame! Mein Name ist Pierre. Wie kann ich Ihnen helfen?”, wendet er sich an die neue Kundin. Dabei mustert er sie mit professionellem Blick. Lange glatte schwarze Haare bis etwa auf Ellenbogenlänge sieht er. Sehr schönes gepflegtes Haar. ,Ich heiße Denise”, antwortet sie ,ich hätte gerne einen Termin für eine Beratung bitte!” Pierre schaut in den Terminplan und sieht, dass er jetzt ein wenig Freiraum hat und sagt ,Wenn Sie jetzt Zeit hätten, dann könnten wir sofort mal schauen.” Denise ist begeistert und nimmt sofort auf einem der verchromten schwarzen Ledersessel Platz. Pierre greift sich eine Bürste und fährt mit langen sanften Zügen durch ihr Haar. Immer und immer wieder bis es glänzt und leuchtet und sich wie Seide in seinen Händen anfühlt. ,Haben Sie denn schon eine Vorstellung, Denise?”, fragt er sie. ,Ich darf ihnen erst mal ein Kompliment machen. Ihr Haar ist in sehr guter Verfassung, sehr gepflegt!” ,Oh, danke schön!”, entgegnet Denise strahlend. ,Ich hab sie auch immer sehr gut gepflegt. Aber jetzt will ich was Neues ausprobieren. In zwei Wochen beginne ich einen neuen Job und da will ich nicht mehr wie eine kleine Studentin aussehen. Könnten Sie mir da einige Vorschläge geben?” Pierres Gesicht hellt sich auf. Das hört sich doch gar nicht schlecht an. Wäre doch gelacht, wenn er da in den nächsten Tagen nicht Hand anlegen könnte und die junge Dame in eine attraktive und stylische Frau verwandeln würde. Er zeigt ihr ein paar Vorschläge vorwiegend kurzer Schnitte, indem er ihr Haar im Nacken zusammennimmt und ihr so die Vorstellung kurzer Frisuren geben kann. Er merkt noch an, dass sie eigentlich alle möglichen Haarschnitte und -längen mit ihren hübschen Gesichtszügen tragen kann. Jedoch wegen des neuen Jobs wäre es mit Sicherheit von Vorteil, wenn es am Ende dann sehr geschäftskompatibel und dennoch trendig aussehen würde. Er zeigt ihr noch ein paar Bilder von Schnitten, die er sich sehr gut an ihr vorstellen könne und tatsächlich, die junge Denise macht einen Termin in drei Tagen fest. Nachdem die junge Dame den Salon verlassen hat, hat Pierre endlich Zeit, eine kleine Kaffeepause in den hinteren Geschäftsräumen zu machen.
Währenddessen sind die beiden Freundinnen Marion und Nicole fast an ihrem Ziel angekommen. Marion wird zunehmend nervöser je näher sie dem ,cutworx” kommen. Nicole bemerkt das natürlich und versucht ihr Mut zuzusprechen ,Du wirst mit Sicherheit toll aussehen,
wenn Pierre erst mal fertig ist. Ich finde Deinen Mut ganz toll und wenn das hier heute beendet ist, gehen wir am Abend noch groß aus. Ich lad Dich ein in die neue Bar in der Innenstadt. Ich bin mir sicher Du wirst auch begeistert sein von Deiner Verwandlung und das werden wir feiern!” Während Marion ihr gerade danken möchte für die Unterstützung, stehen die beiden Freundinnen auch schon vor der großen Glastür des ,cutworx”-Salons. Marion holt noch einmal tief Luft und betritt dann, dicht gefolgt von Nicole, den Salon. Innen drin, im kühlen und noblen Ambiente des Ladenlokals werden die beiden von Anna, der Rezeptionistin, begrüßt. ,Hallo meine Damen, mein Name ist Anna. Wie kann ich Ihnen helfen?”, lautet die stereotypische aber freundliche Einleitung des jungen Mädchens. ,Hallo, ich bin Marion Reinhardt. Ich habe einen Termin um fünf Uhr bei Pierre.”, entgegnet daraufhin Marion mit leicht belegter Stimme. So ganz hat sie ihre Nervosität bis jetzt noch nicht abgelegt. ,Das ist schön,” sagt Anna daraufhin ,dass Sie da sind. Bitte nehmen Sie doch noch einen kleinen Moment hier im Wartebereich Platz. Pierre wird sicherlich sofort für Sie bereit sein! Kann ich Ihnen etwas anbieten, einen Kaffee vielleicht?” Während sich die beiden Freundinnen auf die bequeme Ledercouch setzen, bereitet die junge Empfangsdame die zwei georderten Gläser Latte Macchiato zu. ,Wie gefällt Dir eigentlich die Frisur der jungen Anna?” wird Marion von Nicole gefragt. “Als ich das letzte Mal hier war, da hatte sie noch schulterlange Haare. Jetzt mit diesem neuen, kurzen und asymmetrischen Pagenkopf sieht sie viel erwachsener und reifer aus!” ,Ja,” erwidert Marion ,ich finde auch, dass ihr dieser Schnitt sehr gut steht. Obwohl es ja doch ganz schön kurz geschnitten ist wirkt die Frisur doch sehr feminin.” Schon steht die Rezeptionistin mit den zwei Gläsern voll italienischer Köstlichkeit wieder vor ihnen und Nicole kann es nicht lassen, Anna auf ihre neue Frisur anzusprechen. ,Sie, liebe Anna, haben aber ganz schön Haare gelassen seit meinem letzten Besuch vor 6 Wochen.” ,Oh ja,” lacht ihnen Anna entgegen ,vor zwei Wochen meinte Pierre zu mir, dass ich mich doch mal auf seinen Stuhl setzen sollte. Ich war eigentlich recht überrascht, da er meine ellenbogenlange Mähne erst kurz vorher bis auf Schulterhöhe gekürzt hatte. Er meinte, als Empfangsdame hier in diesem Salon muss ich bereit sein, immer mal wieder als Frisurenmodell zur Verfügung zu stehen. Anfangs war ich doch sehr aufgeregt und auch skeptisch, als er anfing mir die Haare noch oberhalb des Kinns abzuschneiden. Ich war ganz schön nervös, weil ich auch vorher noch nie so kurzes Haar hatte. Aber es ist ja selbstverständlich, dass ich hier gewissermaßen auch Reklame für den Salon mache. Als Pierre dann noch anfing, mein rechtes Ohr freizuschneiden und die Haare im Nacken immer mehr kürzte, bis schließlich dieser Schnitt dabei herauskam, da hat es mich doch Überwindung gekostet, um ruhig sitzenzubleiben. Aber inzwischen finde ich diese Frisur so etwas von praktisch, dass ich mich gar nicht mehr mit langem Haar vorstellen kann.” Nicole kann ihr da nur zustimmen und schafft es kaum, den Blick vom kurzgeschnittenen Hinterkopf der jungen Anna abzuwenden. In ihr drin keimt eine Idee. Doch da erscheint Pierre, der Top-Stylist des ,cutworx”, aus den hinteren Räumen und schreitet auf die drei Damen zu.
Als erste sieht Pierre die junge Anna, die noch vor dem Sofa im Wartebereich steht und beschließt intuitiv, dass er ihren neuen, kurzen Schnitt heute Abend noch etwas aufpeppen würde. Die Kontur muss noch etwas kürzer geschnitten werden das würde den asymmetrischen Effekt des Schnittes noch dramatischer wirken lassen. Danach fällt sein Blick auf die beiden Frauen auf der Couch und überrascht sieht er dort seine langjährige Kundin Nicole Schnadt sitzen. Hatte er da etwas im Terminbuch übersehen, fragte er sich. Er nickt ihr freundlich zu, und denkt ,Sieht eigentlich noch ganz gut aus, Ihr Haar!” Die blonden Locken umschmeicheln ihr Gesicht. ,Obwohl ihr letzter Termin sicherlich schon sechs Wochen zurückliegt.” Die strahlt ihn mit ihren hellen blauen Augen an. ,Hallo Pierre, hier neben mir ist meine beste Freundin Marion.” Die beiden Angesprochenen begrüßen sich und geben sich die Hand. ,Und sie hat sich endlich, nach langem Zureden, entschlossen, etwas mit ihren Haaren zu machen. Anscheinend habe ich ihr oft genug von Dir vorgeschwärmt, so sind wir jetzt hier!” Pierre lacht und bedankt sich schlagfertig für die nette Werbung, dann wendet er sich Marion zu. Ihre ellenbogenlange dunkelbraune Pracht ist ihm schon beim ersten Anblick aufgefallen. Die spürt gerade, wie sich ihr flaues Magengefühl noch verstärkt und muss erst mal schlucken. Pierre bemerkt die Nervosität seiner neuen Kundin, galant streckt er seinen Arm aus. ,Darf ich bitten, Marion. Gehen wir doch zu meinem Platz, dann schauen wir mal, ob wir sie noch hübscher machen können.” Ein leichtes Lächeln umspielt seine Mundwinkel, als Marion seine Hand ergreift und sich zum schwarzen Ledersessel führen lässt. Marion fühlt sich auf einmal ganz leicht. Die Ungewissheit, dieses Magengrummeln, dieses Unwohlsein, all diese Gefühle sind wie weggeblasen. Pierre hatte das Eis gebrochen! Angenehm kühl spürt sie das schwarze Leder des verchromten Sessels auf ihrer Haut, während Pierre sich mit seinen sanften Händen schon in ihren Haaren befindet und sanft die Kopfhaut massiert. Ganz freimütig erzählt Marion Pierre von ihrem traumatischen Friseurerlebnis in ihrer Jugend und dass sie seitdem immer versucht hat, einen weiten Bogen um jeden Salon zu machen. Seit gut einer Dekade trage sie nun diese Frisur und selbst die sanften Stufen, welche den ansonsten langweiligen Fall der Haare wenigstens ein bisschen aufpeppen, hätte schon dramatischer Überredungskünste ihrer langjährigen Friseurin bedurft. Pierre hört ihr geduldig zu und denkt sich, wie wichtig der Psychologie – Faktor in seinem Beruf doch immer wieder ist. Er genießt es auch. Er ist schließlich Friseur mit Leib und Seele. In der ganzen Zeit hat er die Massage fortgeführt und bemerkt, dass sich Marion inzwischen total entspannt hat. Dann stellt er die goldene Frage ,Was haben Sie sich denn vorgestellt? Wie mutig möchten Sie das neue Ich angehen?” Er ist überrascht als Sie die Zeitschrift aus ihrer Tasche holt und ihm die Verwandlung einer rothaarigen Leserin zeigt. Auf dem Nachher – Bild schaut sie ihm mit einem kinnlangen lockigen Pagenkopf entgegen, der zum Nacken hin leicht ansteigend verläuft. Marion schaut ihn an. ,Pierre, könnten Sie sich diese Haarlänge an mir vorstellen? Allerdings möchte ich keine Dauerwelle haben.” Pierre entgegnet ihr sofort ,Eine Dauerwelle hätte ich ihnen auch nicht gemacht! Aber ihre Wahl ist exzellent. Ein wenig auf ihre Persönlichkeit hin modifiziert, passt diese Länge ausgezeichnet zu ihnen. Sie sind sehr mutig und ich verspreche ihnen, sie werden es nicht bereuen. Sind Sie bereit?” Marion nickt ihre Zustimmung. ,Dann fangen wir jetzt an mit der Kreation der neuen Marion!”
Pierre ruft Anna, damit sie Marion die Haare shampooniert und wendet sich Nicole zu. Die hat schon darauf gewartet und sofort fällt sie ihm ins Wort ,Oh Pierre, bitte…kannst Du mich nach meiner Freundin noch drannehmen? Ich habe Anna schon gefragt, sie meinte, Du hättest keinen Termin mehr heute!” ,Das stimmt. Ich wollte mir eigentlich heute noch Anna vornehmen. Aber natürlich nehme ich Dich stattdessen noch rein. Um unsere kleine Anna kann ich mich auch ein anderes Mal noch kümmern. Wie gefällt Dir ihr neuer Schnitt?” Nicole ist erleichtert ,Danke Pierre, dass ich noch drankomme. Annas neue Frisur finde ich entzückend und darum habe ich Dich auch um einen Termin gebeten, die möchte ich auch haben!” Nicole kann es eigentlich nicht glauben, dass sie das jetzt ausgesprochen hat. Sie weiß, dass sie einiges ihrer schulterlangen blonden Locken einbüßen muss. Aber dieser Haarschnitt gefällt ihr so gut, dass sie sich mit dem Gedanken an kurze Haare anfreunden kann. Pierre kann seinen Ohren kaum glauben. Unzählige Male schon hat
te er versucht, Nicole zu einem kürzeren Schnitt zu animieren, doch jedes Mal hatte sie in den vergangenen zwei Jahren seinen Versuchen widerstanden und nur kleinere Touch – Ups nach ihrem großen Schnitt zugelassen. Umso mehr erfreute es ihn, nun ihren Meinungswechsel zu hören. ,Dein Wunsch ist mir Befehl!”, säuselt Pierre ihr zu. ,Aber Du weißt, dass man Frisuren nicht eins zu eins kopieren kann. Jedoch wird die Asymmetrie des Schnittes großartig zu Dir passen. Ich denke das sollten wir bei Dir noch etwas…na, sagen wir akzentuieren. Aber dazu kommen wir später…”. Pierre dreht sich um, denn in diesem Moment kommen Anna und Marion vom Haarewaschen zurück. Anna geleitet Marion zu Pierres Platz  und die setzt sich. Zurück bleibt eine verdutzte Marion. ,Was meint er nur mit akzentuieren?” fragt sie sich, doch im gleichen Augenblick weiß sie, dass sie Pierre voll und ganz vertrauen wird.
Der Stylist ist inzwischen wieder voll und ganz bei Marion und fährt, nachdem er sie mit dem schwarzen seidigen Cape umhüllt hatte, mit einem breitzinkigen Kamm durch ihre lange feuchte Mähne. Immer und immer wieder kämmt er ihr Haar, vom Ansatz bis in die Spitzen, sowie von unten kommend von ihrem Nacken zu den Spitzen. Unbemerkt von seiner Kundin, die schon ganz entspannt vor sich dahindämmert, inspiziert er ihre Haarlinie im Nacken, um ihre natürliche Kontur in den Schnitt mit einzubeziehen. Marion fühlt sich entgegen ihrer sonstigen Friseurbesuche pudelwohl und genießt die langen sanften Striche des Kamms. Doch unvermittelt hört Pierre auf und reißt sie somit plötzlich aus ihrem Dämmerzustand. Er dirigiert ihren Kopf in eine aufrechte Position. ,So Marion, abweichend von der Zeitschrift möchte ich Ihnen folgendes vorschlagen.” Er fasst mit seinen Händen in ihr Haar und gleitet parallel von ihrem Mittelscheitel aus an beiden Seiten hinab und bleibt überraschend früh stehen. , Anstatt vom Kinn ausgehend schräg nach hinten, möchte ich die Seiten ab Lippenhöhe und nur ganz leicht ansteigend nach hinten schneiden. Das ist jetzt die ganz neue Modelänge für kurze Bobs und würde ihrem Gesicht sehr viel mehr Frische geben. Ich würde die Haare rundum sehr stumpf auf die Länge kürzen, das ergibt dann sehr viel Fülle. Und den Pony lassen wir länger als auf dem Foto. Wenn Sie jemals einer zu einem kurzen Pony überreden will, dann lassen Sie die Finger davon!” Marion hat die ganze Zeit im Spiegel zugeguckt und Pierres Ausführungen gelauscht. Was er sagt gefällt ihr, sie hat Vertrauen gefasst zu einem Friseur, was sie niemals für möglich gehalten hatte ist geschehen. Sie mag es, wie er jeden seiner Schritte erläutert. Das gibt ihr ein sehr gutes Gefühl. Sie hört wie er sagt, dass ihre Nackenpartie eine wunderschöne natürliche Kontur und er deshalb ihr Haar dort kürzer schneiden würde als beim Modell. Doch das machte ihr nichts mehr aus. Sie war so weit, sie wollte sich verändern und sie wollte es jetzt! ,Sind Sie damit einverstanden? Sollen wir anfangen?” hört sie endlich Pierre sagen, und fällt ihm fast ins Wort als sie ihm antwortet ,Ja Pierre. Ich bin vollkommen einverstanden und ich freue mich schon auf mein neues Spiegelbild. Ich bin bereit!”  Wie auf Kommando beginnt der Friseur ihr Haar abzuteilen, nach kurzer Zeit ist er fertig und kämmt die erste Strähne herab. Er bittet sie stillzuhalten und setzt die Schere an. Marion spürt den kalten Stahl an ihren Ohrläppchen und ,schnipp” ,schnapp” – die langen Haare rieseln leblos zu Boden. Pierre setzt zum zweiten Mal an und in einer geraden Linie fällt ihr Haar nur noch bis zu den Lippen und dann leicht ansteigend nach hinten, so dass man etwa einen Zentimeter ihres Ohrläppchens sieht. Der Coiffeur fährt fort und blitzschnell ist die nächste ab geteilte Strähne ausgekämmt und fällt an der vorgegebenen Linie der scharfen Schere zum Opfer. Kurze Zeit später hat er die komplette rechte Seitenpartie auf diese neue Länge gekürzt. Marion schaut sich ihre Verwandlung in der ersten Reihe im Spiegel an. Was sie sieht, gefällt ihr soweit und Pierre ist schon dabei, sein Werk auf ihrer linken Seite zu duplizieren. Wieder taucht er die Klingen seiner Schere an den Ohrläppchen in die lange Pracht und schneidet sanft nach vorne abfallend in Richtung ihrer Lippen. Schon ist auch diese Seite fertig und Pierre widmet sich ihrem Hinterkopf. Seiner vorgegebenen Linie folgend kürzt er das Haar, bis er den höchsten Punkt des Schnittes, auf Höhe ihrer Ohrspitzen, mitten am Hinterkopf erreicht hat. Dann bittet er seine tapfere Kundin, ihren Kopf leicht nach vorne zu senken. Leicht drückt er mit seiner freien Hand ein wenig nach, bis schließlich die erwünschte Position gefunden ist. Mit der Schere über Kamm – Technik ist er schon dabei, das Nackenhaar zu bearbeiten. Marion spürt das Kribbeln in ihrem Nacken wenn er mit dem Kamm dort entlangfährt. Was für ein tolles Gefühl, das sie da beschleicht. Sie hört das Klappern der Schere und immer wieder das leichte Ziehen des Kammes. Wunderbar! Sie kann ein leichtes Stöhnen nicht unterdrücken, so sehr genießt sie das Gefühl an dieser hochsensitiven Stelle. Der Friseur ist auch in seinem Element und immer weiter kürzt er das Haar im Nacken seiner Kundin. Am unteren Haaransatz sieht man schon die weiße Kopfhaut durchschimmern, doch Pierre weiß genau, was er da tut. Sanft blendet er die kurzen Stoppeln an die Linie an, von unten nach oben immer länger werdend. Immer wieder fährt er mit Kamm und Schere durch diese Partie, bis sie endlich zu seiner Zufriedenheit aussieht. Marion wäre es egal gewesen, wenn er noch stundenlang weiter gemacht hätte, doch schon hört sie ein  leises Brummen! Pierre benutzt die Haarschneidemaschine gerne, um die Konturen kurzer Schnitte zu betonen und so kommt auch Marion, die selbstverständlich vorher noch nie eine solche Erfahrung gemacht hat, in den Genuss des kalten vibrierenden Stahls. Nicole, die noch immer auf dem Sofa sitzt, und mit großen Augen Marions Transformation verfolgt, wird beim Anblick der brummenden Maschine plötzlich klar, was Pierre eben mit ,Akzentuieren” meinte und ein leichter Schauer läuft ihren Rücken hinunter. Genau dieses Gefühl, nur noch einhundert Prozent intensiver, beschleicht nun Marion, als Pierre den Haarschneider tief unten in ihrem Nacken ansetzt. Sie spürt die brummende und vibrierende Maschine an dieser sowieso schon sensitiven Stelle. Sie zuckt kurz zusammen, doch Pierre hält ihren Kopf fest und ist jetzt dabei, das natürliche ,V” ihres Haaransatzes noch zu betonen. Wieder erschauert sie, als er den Clipper ein weiteres Mal ansetzt. Doch dann ist es vorbei. Der Coiffeur schaltet die Maschine ab und im Raum herrscht eine plötzliche Stille. Marion kann nicht anders, als sofort mit ihren Händen unter ihrem Cape hervorzukommen und sich mit ihren Fingerspitzen langsam an die soeben auf so wunderbare Weise bearbeitete Nackenpartie ranzutasten. Es dauert bis sie die ersten Haare ergreift. Doch sie kann sie noch nicht mal zwischen die Fingerspitzen nehmen, so kurz hat Pierre sie geschnitten. Marion spürt den feinen Pelz der samtigen Haarpartie und ist erstaunt, wie gut sich das doch anfühlt. Pierre entgeht die Reaktion seiner Kundin natürlich nicht. Aber das kennt er schon. Die meisten seiner Kundinnen reagieren dementsprechend, wenn er das erste Mal die Haarschneidemaschine an ihren Häuptern benutzt. Schon ist er dabei die letzten beiden Clips aus Marions Haar zu lösen und die letzten verbliebenen langen Strähnen sprießen über das ansonsten gekürzte Haar. Sorgsam sprüht er es noch mal etwas feucht und kämmt es rundherum aus. Dann teilt er die für den Pony vorgesehene Partie ab und beginnt genau auf Höhe ihrer Augenbrauen, einen stumpfen breiten Pony zu schneiden. Marion hat die Augen geschlossen und spürt die kalte Klinge auf ihrer Stirn. Sie bemerkt das Tickeln an ihrer Nase, wenn die langen Ponysträhnen in ihren Schoß fallen. Sie hält die Luft an und sobald sie merkt, dass er fertig ist, reißt sie die Augen auf. ,Wow!” entfährt es ihr, als sie sich erstmals wieder mit Pony sieht, seit dies
er unsäglichen ,Mireille Mathieu” – Nummer vor über 15 Jahren. Pierre ist wieder an ihrer rechten Seite angelangt und kürzt das verbliebene Deckhaar rundum auf die vorgegebene Länge. Doch diesmal schneidet er nicht stumpf ab, wie vorher geschehen. Schräg, so dass ihre Spitzen aneinandergereihte Dreiecke ergeben, schneidet er die letzten langen Haare ab. Das ergibt einen wunderbaren verwuselten Look und viel Stand für verschiedene Frisurenvarianten. Mit ein paar letzten kleinen Schnitten hier und da erklärt Pierre sein Werk für vollendet ,Na Marion, wie gefällt ihnen ihr neuer Typ?” fragt er sie, während er schon mit dem Handspiegel hinter ihr steht, um ihr diese atemberaubende Nackenpartie, auf der dieser lippenkurze Bob thront, zu zeigen. Marion ist begeistert und scheut sich auch nicht, es zu zeigen ,Ich liebe es, Pierre! Ich liebe diese Frisur! Sie haben einen neuen Menschen aus mir gemacht und dafür bin ich ihnen dankbar.” Natürlich ist Pierre über dieses Kompliment erfreut und während er den Fön ergreift, um mit kleiner Rundbürste einen bürokompatiblen Stil zu erstellen, sagt er ,Es ist immer der Mensch, der einen Haarschnitt erst mit Leben füllt. Ohne ihre Mitarbeit, indem Sie mir Raum für Kreativität gegeben haben, würde dieser Schnitt nie so perfekt zu ihnen passen.” Nachdem er die Haare zu einer strengen Büroversion getrocknet hat, zeigt er ihr noch ein paar Varianten. Die mit der zurückgegelten linken Seitenpartie hat ihr besonders gut gefallen. Anschließend kämmt er das gesamte kurze Haar noch einmal mit einer dicken Bürste durch, verteilt Haarwachs in seinen Handflächen und wuschelt es mit seinen Händen kräftig durch. Aufgrund der verschiedenen Schnitttechniken sieht man sehr gut, wie sich die Struktur in ihrem Schopf aufbaut. Einmal noch streicht er mit seinen Fingerspitzen über ihren kurzgestuften Nacken, dann schüttelt er das Cape aus. Marion schaut noch einmal in den großen Spiegel vor ihr und kann es kaum fassen. In einer Stunde hat Pierre sie komplett umgestylt. Wie frech ihre blauen Augen unter dem dichten Pony hervorblitzen! Wie wild verwuschelt das kurze Haar bis zu den Lippen ihr Gesicht einrahmt! Sie fühlt sich gut und sie will es der Welt zeigen! Langsam steht sie auf und dreht sich um. Da steht auch schon Nicole und die beiden Freundinnen fallen sich in die Arme. ,Danke, dass Du mich als moralische Unterstützung begleitet hast, Nicole”, setzt Marion an ,jetzt lass uns ausgehen. Die Drinks gehen auf mich!” Nicole löst sich von ihrer Freundin und steuert geradewegs auf den soeben noch von ihr frequentierten Friseursessel zu. Sie setzt sich hin und schaut durch den Spiegel die irritiert dreinblickende Marion an. ,Liebe Marion. Ein klein wenig musst Du Dich noch gedulden. Oder glaubst Du etwa, mit diesem Pudel auf dem Kopf möchte ich mich heute Abend an Deiner Seite blamieren!” Nicole blickt sich um, lächelt noch einmal ihre Freundin an und sieht dann aus den Augenwinkeln, wie sich Pierre ihr nähert. Ein frisches schwarzes Cape in seiner Hand.

Wie sich das Ganze weiterentwickelt habe ich eigentlich schon verraten, aber wer weiß, vielleicht passiert beim nächsten Mal ja noch etwas Unvorhergesehenes.

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